H I L F E

Ich kann einfach nicht mehr.

In den letzten Wochen habe ich täglich diesen Satz gedacht. Ich habe nicht mehr gelebt.

Ich bin früh aufgestanden und zur Schule. Ich bin nach Hause gekommen und hab Hausaufgaben gemacht oder gelernt. Und alles ohne Erfolg. Ohne jemand, der mir sagt: Das hast du gut gemacht. Du schaffst das, halt durch. Nein, das stimmt nicht ganz. Es gibt doch jemanden, der mir das gesagt hat. Vielleicht sogar mehrere. Aber das waren die Menschen, bei denen ich nicht das Gefühl habe, ich müsste nach Bestätigung suchen.

Natürlich, es gibt einem Kraft, auch von diesen Menschen zu hören, dass man etwas gut macht, das man irgendwas schon schaffen wird.

Aber diese Kraft ist  nichts im Vergleich zu dem, was man empfindet, wenn einem die Menschen, von denen man sich am meisten wünscht, dass sie einem sagen, man hat etwas gut gemacht, man schafft das schon, wenn die einem sagen, man hat sich nicht genug angestrengt, man ist faul und hat keine Zeitplanung.

Das tut so verdammt weh. Und genau das ist der Punkt an dem die Verzweiflung einsetzt. Die Verzweiflung, die sogar mir die Tränen in die Augen treibt. Ich weine selten. Ich weine fast nie. Ich kann nicht viel weinen.

 Eigentlich. Aber in den letzten Wochen habe ich gemerkt, wie es ist, vor Erschöpfung und Verzweiflung zu weinen. Eigentlich nur aus Verzweiflung. Ich arbeite seit Wochen mehr als ich kann. Ich arbeite über meinem Limit. Mehr, als ich eigentlich schaffen kann. Aber wo bleibt die Bestätigung? Ich halte mich für stark, ich halte viel Stress aus. Aber wie soll ich das schaffen, wenn sie mir ständig sagt, ich streng mich nicht genug an, so schwer ist das doch gar nicht, das ist doch nur auswendig lernen, ich hätte schon viel früher damit anfangen müssen, ich soll doch einfach den und den fragen, und überhaupt warum ist der Müll noch nicht rausgebracht, ich bin unzuverlässig und faul und verplant.

 

Verdammt, das halt ich nicht aus!

 

 

 

Aber zum Glück gibt es dann Wochenenden wie dieses. So perfekt, man wünscht sich, es würde nie vorbeigehen. Mit dir bei mir schaffe ich es abzuschalten. Mit dir kann ich einfach mal Luft holen, du gibst mir das Gefühl etwas zu sein. Du schaffst es, dass ich alle schlechten Dinge vergesse. Du bist meine Pause vom Alltag. Danke. Ohne dich würde ich das nie schaffen. Ich brauche dich.

Aber kaum bin ich wieder zu Hause, scheint es, als ob ich nie eine Pause gehabt hätte. Es scheint, als wäre das Wochenende nie gewesen. Man fängt an, das ganze Gesellschaftssystem in Frage zu stellen.Das kann es doch nicht sein, oder? Es muss mehr im Leben geben, als das.

 

19.12.10 20:58

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